TOPSHARING STUDIE: IST JOBSHARING ETWAS FÜR FÜHRUNGSKRÄFTE UND EXPERTEN?

Spätestens nach unserem Jobsharing Meetup im November 2016 war klar: TopSharing ist nicht nur für Katharina und mich ein sehr attraktives Thema. Ganz besonders auch deshalb, weil JobSharing flexibles Arbeiten auch für Führungskräfte und Experten ermöglicht.

In den vielen Gesprächen, die wir als Tandem mit Unternehmensvertretern und Experten zu TopSharing führten, spielten auch immer wieder Impulse aus Katharinas Forschungszeit eine wichtige Rolle. Denn an der Alpen-Adria Universität Klagenfurt in Österreich beschäftigte sie sich intensiv mit Themen wie Unternehmenskultur und Diversität.

Und da wir persönlich TopSharing sehr spannend fanden und immer noch finden 😉  und gleichzeitig die Wissenschaft noch viel zu wenig zu diesem Thema bot, wollte ich in meiner Masterarbeit im Rahmen meines berufsbegleitenden Wirtschaftspsychologie-Studiums (FOM Köln) genau hierzu tiefer einsteigen und forschen.

Die intensive wissenschaftliche Beschäftigung mit dem Thema beanspruchte neben Job und Familie so einiges an zeitlichen Kapazitäten, so dass die Organisation weiterer Angebote bezüglich Jobsharing und TopSharing (wie zum Beispiel weitere Meetups) erst einmal warten musste …

Doch was lange währte, wurde schließlich gut!

 

WORUM GEHT ES IN DER TOPSHARING STUDIE?

Da wir mittlerweile von vielen TopSharing-Beispielen aus der Praxis wussten, beschäftigten uns folgende Fragen:

  • Ist dieses Arbeitsmodell allgemein bekannt?
  • Interessieren sich Führungskräfte und Experten persönlich für TopSharing?
  • Könnte dieses Modell Unternehmen dabei unterstützen, ganz neue Potentiale zu heben? Zum Beispiel solche von (potentiellen) Mitarbeitern, die trotz ihrer geeigneten Kompetenzen unter den üblichen Managementbedingungen nicht in einer Führungs- oder Expertenrolle arbeiten wollen? Und zwar ganz einfach, weil sie mehr Freiräume für andere Lebensbereiche benötigen und deshalb die gängigen Modelle nicht passen?
  • Welche Gründe und Bedingungen gibt es, warum sich Führungskräfte und Experten für dieses Modell persönlich interessieren könnten?
  • Interessieren sich Frauen und Männer unterschiedlich stark für TopSharing? 
  • Gibt es einen Unterschied im TopSharing Interesse zwischen Eltern und Frauen bzw. Männer ohne Kinder? 
  • Und wie wird das Interesse an TopSharing von der eigenen Persönlichkeitsausprägung beeinflusst? Ließe sich eventuell aufgrund einer bestimmten Persönlichkeitsstruktur ein bestimmtes Interesseausmaß für dieses Arbeitsmodell voraussagen? 

Wir sind davon überzeugt, dass die Ergebnisse unserer Studie sehr relevant sind und gute Ideen liefern können für Menschen, die ihr Arbeits- und Berufsleben neu und anders ausbalancieren wollen. Deshalb werden wir in unseren Blog-Artikeln immer wieder auch von den wichtigsten Erkenntnissen daraus erzählen.

 

BESTMASTERS AWARD FÜR UNSERE STUDIE ERHALTEN

Wir freuen uns sehr, dass unsere Studie vom Springer Gabler Verlag im Herbst 2018 mit dem BestMasters Award ausgezeichnet wurde. So ist sie sowohl als Buch als auch als e-Book erschienen. Wer die Studie daher in kompletter Länge lesen will, findet sie HIER

In diesem Blog-Artikel starten wir nun mit 

  1. einem Überblick zur Studie 
  2. der Frage, wie bekannt TopSharing eigentlich ist.
  3. stellen wir Euch darüberhinaus unsere aktuelle Joint Leadership Forschung vor.   

1. ÜBERBLICK ZUR TOPSHARING STUDIE

Insgesamt haben bei dieser quantitativen, nicht repräsentativen Online-Studie 146 Führungskräfte und Experten teilgenommen. Dabei wurden 73 Frauen und 73 Männer befragt. Die theoretische Basis dieser Forschungsarbeit bilden die Literaturfelder der Persönlichkeitskonzepte und der Interessetheorie. Diese werden durch austausch- und zusammenarbeitstheoretische Ansätze des Personalmanagements ergänzt. Näheres hierzu ist im Kapitel 2 in Himmen, 2019 beschrieben.

Als Führungskräfte wurden hier „Angestellte sowie Selbstständige bezeichnet, die umfassende Führungs-, sonstige Leitungsfunktionen oder andere hochqualifizierte Tätigkeiten ausüben … [Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer konnten somit] fachliche und projektbezogene Leitungsverantwortung .. und/oder Personalverantwortung .. tragen …“ (Himmen, 2019, S. 5).

Stichprobe der Studie

Damit waren auch Experten in die Studie eingeschlossen. Und darüber hinaus ca. 11 Prozent, die eine solche Führungs- oder Leitungsposition für sich erst noch anstrebten.

Die befragten Führungskräfte waren durchschnittlich etwa 40 Jahre alt. Frauen circa 37 und Männer etwa 44 Jahre. Die Altersspanne ging von 21 bis 63 Jahren. Und zum größten Teil (84 Prozent) verfügten die Teilnehmer über einen Hochschulabschluss als höchsten Bildungsgrad.

140 Personen waren zum Befragungszeitpunkt berufstätig. Davon arbeiteten etwa 85 Prozent in Vollzeit bzw. in einem vollzeitähnlichen Umfang (mehr als 32 Stunden pro Woche). 15 Prozent waren demnach in Teilzeit beschäftigt (unter 32 Stunden wöchentlich). Über die Hälfte der Befragten (ca. 55 Prozent) lebten zum Studienzeitpunkt ohne Kinder im Haushalt, 45 Prozent demnach entsprechend mit. Die meisten gaben dabei auch an, in einer Partnerschaft zu leben (88 Prozent).

2. WIE BEKANNT IST TOPSHARING EIGENTLICH?

Die Frage, ob die Teilnehmer Personen kennen, die im TopSharing arbeiten oder ob sie bereits vor der Studie von TopSharing gehört haben, lieferte für uns ein wegweisendes und interessantes Ergebnis.

„Kennen Sie Personen, die im TopSharing arbeiten oder haben Sie von TopSharing Beispielen gehört?“

Rund 64 Prozent unserer Befragten verneinten diese Frage. Dies betrifft über die Hälfte der Frauen (55 Prozent) und fast drei Viertel der Männer (73 Prozent) (Himmen, 2019).

Hierbei ist es wichtig, zu berücksichtigen, dass die Teilnehmer vor der Studie noch nicht wussten, dass es sich bei der Befragung um TopSharing oder Jobsharing handelt. Ihnen war nur klar, dass es um ein flexibles Arbeitsmodell für Führungskräfte gehen sollte, das während der Befragung erst noch näher erklärt wurde. 

 

Somit können wir davon ausgehen, dass die Teilnehmer ein gewisses Interesse an flexiblen Arbeitsmodellen durchaus mitbrachten. Und trotzdem war den meisten von ihnen dieses Modell noch völlig unbekannt.

Zu wenige Rollenvorbilder, über die auch zu wenig gesprochen wird!

Wir brauchen in Deutschland ganz einfach viel mehr Rollenvorbilder. Das wird auch von anderen Forschungsarbeiten zu flexiblen Arbeitsmodellen festgestellt (z. B. Gärtner et al., 2016). Oder gibt es bereits etwa Rollenvorbilder und wir sehen oder kennen sie nur nicht? Einiges spricht dafür. Wir haben nämlich mittlerweile mehrere TopSharing-Tandems kennengelernt, die jedoch nicht über ihre Arbeit im Tandem sprechen – zumindest nicht öffentlich. 

SAP ist nur eines der Unternehmen, die einen anderen Weg gehen. Nachdem einige Pilotversuche erfolgreich waren, schreibt das Unternehmen inzwischen seit Anfang 2018 sämtliche zu besetzende Führungspositionen als jobsharingfähig aus. Auch Daimler berichtet von mehr als 125 Tandems auf Führungs- und Expertenebene, also von mehr als 250 Tandem-Partnern.

 

Unser Appell daher an Unternehmen und TopSharer: 

Deshalb: Tut Gutes und redet darüber! Bitte macht Euer Angebot und Eure Arbeit als „Joint Leader“ unbedingt transparent und berichtet offen von Euren Erfahrungen!

WILLST DU MEHR TOPSHARING BEISPIELE KENNENLERNEN?

Dann wollen das doch bestimmt alle!

Wir hören gelegentlich die Sorge, dass mit der offenen Kommunikation über dieses Arbeitsmodell plötzlich alle nur noch im Top-/JobSharing arbeiten wollen würden.

Wir können Dich und Euch beruhigen: schon alleine persönlichkeitsbedingt ist dieses Modell nicht für jeden attraktiv. Und es ist auch sicherlich nicht für jeden geeignet.

Durch ein transparent und offen kommuniziertes TopSharing Angebot könnte ein Arbeitgeber jedoch genau das Bedürfnis derjenigen ansprechen, die man als Unternehmen gerne weiterentwickeln und längerfristig an sich binden möchte.

Und darüber hinaus können Arbeitgeber ganz neue Potentiale gewinnen. Vor allem die Potentiale von hochqualifizierten Menschen, die bislang noch nicht mit einem passenden Arbeitsmodell erreicht werden. Der Talentpool von potentiellen Führungskräften kann dadurch also ganz einfach erweitert werden. Daher sind viele Arbeitgeber durchaus dafür offen, TopSharing-Pilotprojekte für ihre Mitarbeiter zu starten.

 

 

3. UNSERE EUROPAWEITE JOINT LEADERSHIP FORSCHUNG

Dass das Modell als so innovativ und unbekannt wahrgenommen wird, macht deutlich, wie wichtig es ist, flexible Arbeitsmodelle wie TopSharing auch für Führungskräfte und Experten viel stärker in die Öffentlichkeit und damit in das Bewusstsein der Menschen zu bringen.

Deshalb befragen wir im Rahmen unserer aktuellen Joint Leadership Studie europaweit aktive Doppelspitzen nach ihren Erfahrungen und Erfolgsfaktoren für TopSharing. Wir wollen den bereits schon zahlreich existierenden, doch größtenteils unbekannten Beispielen für TopSharing eine Stimme geben und von ihnen lernen. Wir tragen so dazu bei, dass die Barrieren diesbezüglich in möglichst vielen Köpfen abgebaut werden. Die Führungsduos kommen dabei aus allen Branchen, Hierarchieebenen und Berufsgruppen.

 

Kennst Du aktive TopSharing Tandems?

Und wollen diese gerne Teil unserer Studie sein? Dann unterstütze uns und erfahre HIER, wie das praktisch möglich ist.

Und welche Fragen würdest Du gerne aktiven Doppelspitzen stellen?

Schreib uns diese einfach per Mail an tandem@pairforming.com Wir freuen uns, von Dir zu lesen.

Herzliche Grüße,

Esther & Katharina

PS: In unserem nächsten Blog Artikel erfährst Du, was Du praktisch tun kannst, damit Du als Führungskraft oder Experte eine bessere Work Life Balance findest und wie Dir unter anderem TopSharing dabei helfen kann.

 

Quellen:

Gärtner, M., Garten, T. & Heumann, M. (2016). Flexible Arbeitsmodelle für Führungskräfte. Zum Stand der Forschung. Zeitschrift für Arbeitswissenschaft, 70 (4), 220-230.

Himmen, E. (2019). TopSharing. Eine Studie zum Interesse an Jobsharing auf Führungsebene. Wiesbaden: Springer Gabler.

IN UNSEREM VIDEO BEKOMMST DU ANTWORTEN ZU DEN 5 HÄUFIGSTEN FRAGEN ZU TOPSHARING!

 

Melde Dich hier für unsere Tipps & News per Mail zu Joint Leadership und pairforming an. Zusätzlich erhältst Du den Link zu unserem VIDEO ALS DANKESCHÖN!

Vielen Dank für Ihre Anmeldung. Wir haben Ihnen eine E-Mail mit einem Bestätigungslink zugeschickt.

4 FACTS inkl. Beispiele FÜR TANDEMS UND UNTERNEHMEN ERHALTEN.

> Vorteile

> TopSharing konkret umsetzen

> Voraussetzungen

> Beispiele aus der Praxis

 

Melde Dich hier für unsere Tipps & News zu Joint Leadership und PairForming an und Du erhältst den Download-Link zu unseren FACTSHEETS als Dankeschön

Vielen Dank für Deine Anmeldung. Wir haben Dir eine E-Mail mit einem Bestätigungslink zugeschickt.

IN UNSEREM VIDEO BEKOMMST DU ANTWORTEN ZU DEN 5 HÄUFIGSTEN FRAGEN ZU TOPSHARING!

 

Melde Dich hier für unsere Tipps & News per Mail zu Joint Leadership und pairforming an. Zusätzlich erhältst Du den Link zu unserem VIDEO ALS DANKESCHÖN!

Vielen Dank für Ihre Anmeldung. Wir haben Ihnen eine E-Mail mit einem Bestätigungslink zugeschickt.