Wir starten mit unserer neuen Blog-Rubrik – dem Pairforming Talk mit „4 Fragen an …“ und los geht's mit Riaan Stipp. Gründer der Teilzeit-Plattform HappierJobs. 

1. Glücklicherer Job – das klingt nach einem großen Versprechen. Riaan, wie bist Du auf die Idee gekommen, HappierJobs zu gründen?

Es fing alles mit der eigenen Jobsuche an. Gewünscht habe ich mir eine Stelle, die meinen Qualifikationen entspricht und mir idealerweise eine berufliche Weiterentwicklung ermöglicht. Ausgeschrieben waren spannende Positionen, jedoch nur in Vollzeit. Auf Nachfrage erhielt ich immer ähnliche Absagen: „Das ist eine Management-Position, die gibt es nur in Vollzeit.“, „In Teilzeit kann man keine Karriere machen“ oder – hinter hervorgehaltener Hand – „Teilzeit ist nur was für Muttis.“.

Das sind allesamt Aussagen, die auf verqueren Vorstellungen der heutigen Arbeitswelt oder veralteten Geschlechterrollen basieren. Gute Argumente für eine permanenten Anwesenheit (im Unternehmen) blieben aus. Die 40-Stunden-Woche ist, in erster Linie, ein gedankliches Konstrukt, keine organisatorische Notwendigkeit. Um dieses mentale Konstrukt aufzubrechen und Alternativen aufzuweisen, habe ich die Initiative HappierJobs.org gegründet. Wir sind zum Einen: Eine Lobby für alternative Arbeitszeit-Modelle und zum Anderen: Eine Jobplattform exklusiv für Karrieremöglichkeiten in Teilzeit.

2. Teilzeit wird ja häufig als ein reines Frauenthema verstanden. Wie seht Ihr das von HappierJobs?

Anders! Unterschiedliche Menschen haben unterschiedliche Bedürfnisse – und diese Bedürfnisse verändern sich auch noch im Laufe des Lebens. Das Geschlecht spielt dabei keine Rolle.

Die Wahrnehmung von Teilzeit als reines Frauenthema, basiert auf zwei Mythen:

  • Erstens, dass Kindererziehung, der einzige Grund ist, um in Teilzeit zu arbeiten.
  • Und zweitens, dass die Kindererziehung und alle damit verbundenen Tätigkeiten, in den Aufgabenbereich der Mutter fallen.

Dabei fallen uns viele Gründe ein, warum Menschen sich mehr Zeit außerhalb des Büros wünschen.

Mehr Zeit außerhalb der Arbeit, zum Beispiel für:

  • Freunde,
  • Hobbies,
  • ehrenamtliches Engagement,
  • sich selbst
  • oder die Pflege von Angehörigen.

 

Willst Du im TopSharing arbeiten, weißt aber nicht, wie Du das Thema angehen solltest?

Hier bekommst Du Klarheit über Deine nächsten Schritte!

Wie sehr du auch deinen Job liebst, spannende Themen außerhalb des Büros gibt’s immer.

Und zum zweiten Punkt, dass auch Väter Kinder erziehen und Hausarbeit erledigen können, sollte eigentlich selbstverständlich und gesellschaftlicher Konsens sein.

Wie Du weißt, brennen wir für JobSharing & TopSharing, was in Teilzeit und in Vollzeit möglich ist. Daher lautet unsere dritte Frage an Dich:

3. Welche Chancen siehst Du für Führungskräfte und Expert*innen in qualifizierter Teilzeit und was haben Arbeitgeber davon?

Klar, in manchen Organisationen lassen sich Prozesse leichter organisieren, wenn an jedem Wochentag, oder sogar zu jeder Tageszeit, eine verantwortliche Entscheider*in vor Ort ist. Mit manchen Teilzeitwünschen, z. B. nur Montag bis Mittwoch, ist dies schwer zu vereinbaren. Insbesondere in diesen Fällen bietet die Aufteilung einer Position auf zwei Mitarbeiter*innen eine direkte Lösung.

Große Vorteile gibt es, meines Erachtens, viele. Besonders wichtig: die Produktivität steigt. Viele Untersuchungen zeigen, dass Menschen in Büro-Jobs selten mehr als vier Stunden pro Tag produktiv arbeiten. Somit können beide Mitarbeiter*innen ihre volle Produktivität einbringen. Der erhöhte Output sollte eventuell anfallende Mehrkosten, die durch das JobSharing entstehen könnten, amortisieren.

Darüber hinaus lassen sich temporäre Ausfälle von Mitarbeiter*innen viel besser abfedern. Wenn eine Person krank ist, oder im Urlaub, kann die zweite sich um die wichtigsten Aufgaben kümmern.

Das ist von Vorteil für das Unternehmen, aber auch für den/ die Mitarbeiter*in. Dieser kann sich dann ohne schlechtes Gewissen erholen bzw. noch entspannter den Urlaub genießen.

Abschließend noch ein Vorteil für alle, die Teamwork lieben. Doppelt so viele Menschen auf einer Position bedeuten auch, doppelt so viele Ideen und Perspektiven. Solch ein Austausch ist gut für den Arbeitgeber und spannend für die Arbeitnehmer*innen.

Hier bekommst Du die wichtigsten Fakten zu TopSharing auf den Punkt gebracht.

4. Was ist für Dich persönlich die Idealvorstellung von der Zukunft der Arbeit?

Als Kritiker des 40h-Einheitsdenkens, wünsche ich mir vor allem, dass sich zwei Punkte in unserem Umgang mit Arbeitszeit verändern.

  1. Erstens sollten Arbeitszeitmodelle so divers sein, wie die Menschen in der Arbeitswelt. Die 40-Stunden-Woche ist kein Naturgesetz, sondern eine Vereinbarung von Gewerkschaften und Arbeitgeberverbänden aus dem Jahre 1918. Unsere neue, moderne Arbeitswelt kann mehr als einen „One-Size-fits-All“-Ansatz.
  2. Zweitens wünsche ich mir, ein Umdenken bei der Bewertung von Arbeit. Wie gesagt, die Wissensgesellschaft zeigt, dass die tatsächliche Arbeitszeit in der Regel deutlich geringer ist.

Untersuchungen zeigen

Menschen in Teilzeit sind oft gesünder, zufriedener und fühlen sich stärker mit ihrem Arbeitgeber verbunden. Bei diesen Vorteilen, gleichermaßen für Arbeitgeber*innen und Arbeitnehmer*innen, ist es höchste Zeit für beiden Parteien gemeinsam neue Ansätze auszuprobieren!

Vielen Dank Dir, Riaan. 

Übrigens, seit Kurzem gibt es bei HappierJobs.org die Möglichkeit, die Stellenbörse nach JobSharing-Stellen zu filtern – und für Unternehmen, ihre JobSharing-Stellen dort auszuschreiben.

Nach und nach werden dort also in Zukunft mehr JobSharing-Stellen zu finden sein. Finden wir gut 🙂

Herzliche Grüße,

Esther & Katharina

 

Durch unsere 10-Schritte-Anleitung brauchen Sie das Rad nicht mehr neu erfinden. Sie bekommen Klarheit darüber, wie Sie das Thema TopSharing persönlich angehen können.

 

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Bild: TopSharing Jobsharing FactSheets

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