Eine gute Frage. Und, soviel sei schon verraten: Es gibt eine ganze Menge verschiedener Tandem- und TopSharing-Modelle in der Praxis! Unterscheiden kann man sie auf ganz verschiedene Arten:

TopSharing-Tandem-Modelle als Zeitmodelle nach prozentualer Aufteilung betrachtet

So gibt es Tandempartner, die sich ihre TopSharing-Stelle in einem Verhältnis von 40:60, 60:60, 60:70, 80:50 und so weiter aufteilen. Und es gibt Doppelspitzen, die beide in Vollzeit arbeiten (also 100:100) und sich dennoch eine gemeinsame Führungs- oder Experten-Rolle teilen. 

Bei TopSharing in Teilzeit führt die Frage, wann wer arbeitet und wie die Überlappungszeiten gelebt werden, ebenfalls zu unterschiedlichen Modellen. In der Praxis haben wir zum Beispiel folgende Varianten kennengelernt:

  • Wechsel von Vormittags- und Nachmittagsschichten mit jeweiliger Überlappung
  • tageweise Wechsel mit ein bis mehreren gemeinsamen Tagen vor Ort oder zeitgleicher Unterstützung aus dem Home-Office (zum Beispiel Montag – Mittwoch und Mittwoch bis Freitag)
  • wochenweiser Wechsel, wobei ein Wochentag immer der gemeinsame Arbeitstag ist und dann jeweils eine/r frei hat und die/der andere die nächsten 4 Tage arbeitet.
  • Und es gibt auch monatsweise Wechsel.  

Und dabei sind natürlich auch diverse Mischungen denkbar. So gibt es hierfür also viele kreative und individuelle Lösungen.

TopSharing-Tandem-Modelle inhaltlich unterscheiden

Man kann die Modelle auch nach der inhaltlichen Aufteilung unterscheiden. In der Literatur wird hier grundsätzlich über zwei Pole gesprochen: über das sogenannte „JobPairing“ und das „JobSplitting“.

 

JobSplitting

„JobSplitting“ bedeutet, dass die Aufgabenbereiche in der Extremausprägung sehr stark voneinander abgegrenzt sind. Dabei arbeiten die Partner eher unabhängig voneinander und ein gemeinsames Rollenverständnis ist nicht so wichtig ist. Häufig haben sie keine gemeinsamen Ziele und die Führungsverantwortung für Mitarbeitende wird streng untereinander aufgeteilt.

Daher ist unter Experten umstritten, ob ein striktes „JobSplitting“ überhaupt als JobSharing-Modell zählt. Immerhin gibt es gute Gründe, warum wir empfehlen, bestimmte Positionen im TopSharing zu besetzen. Diese Potenziale lassen sich unserer Einschätzung nach nur dann voll ausschöpfen, wenn das Tandem auch auf eine bestimmte Art und Weise miteinander arbeitet

JobPairing

„JobPairing“ bedeutet, dass beide Tandempartner alle Aufgaben gemeinsam übernehmen und Projekte gemeinsam co-kreativ bearbeiten. Sie haben gemeinsame Ziele und sind auch gemeinsam dafür verantwortlich, diese zu erreichen.

Viele Mischformen von TopSharing-Tandem-Modellen in der Praxis – hoher Anteil an JobPairing empfehlenswert

In der Praxis sieht man viele Mischformen dieser beiden Extreme, die jeweils auch gut funktionieren können. Wenn wir gefragt werden, welches Modell wir empfehlen, haben wir eine stärkere Tendenz zu JobPairing.

Unserer Erfahrung nach lässt sich mit einem großen Anteil von „JobPairing“ das ganze Potenzial von JobSharing nutzen. Die Notwendigkeit des ständigen Perspektivwechsels und die Flexibilität, Aufgaben kompetenzorientiert untereinander aufzuteilen, fördert das Lernen voneinander.

Zum anderen schafft es die außerordentlichen und spezifischen Synergien, die typisch sind für TopSharing. Und die das Modell besonders interessant für Unternehmen, ExpertInnen und ManagerInnen machen. 

Dass es in der Praxis viele Mischformen dieser beiden Pole gibt, macht Sinn. Und zwar weil jedes Tandem einzigartig ist, jede Position ebenfalls und die optimale „Mischung“ entsprechend sehr individuell.

TopSharing-Tandem-Modelle: auf Dauer oder als Übergangslösung?

Neben den Perspektiven „Prozentuale Aufteilung“ und „Aufteilung der Aufgabe“ kann man TopSharing Modelle auch nach dem „Zeit-Aspekt“ unterscheiden.

Dabei gibt es dauerhafte, langfristige oder zeitlich begrenzte (Übergangs-) Modelle. So kann in Organisationen ein befristeter Bedarf abgedeckt werden (zum Beispiel Generationenmodelle).

Und es gibt auch Tandems, die nach ihrer ersten Erfahrung als Doppelspitze die Entscheidung treffen, sich gemeinsam in der Organisation weiter zu entwickeln und zusammen Karriere zu machen.

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TopSharing-Tandem-Modell als Wissenstransfer-Lösung: Unterscheidung nach dem Erfahrungshorizont der Tandem-Partner

Auch lassen sich Tandem-Modelle danach unterscheiden, wie sie personell zusammengesetzt sind. Bringen beide Tandem-Partner beispielsweise einen ähnlich langen Track-Record bezüglich der notwendigen Kenntnisse für die Stelle mit? Oder handelt es sich vielleicht um eine Art Generationen-Modell, bei dem einer der beiden sehr viel mehr Erfahrung mitbringt als die/der andere?

Auch das ist eine sich lohnende Betrachtungsweise. Denn durch solche Modelle kann zum einen ein nachhaltiger Wissenstransfer gesichert werden und jung und alt kann voneinander lernen. Zum anderen ist es möglich, ältere Mitarbeitende durch zeitreduzierte Modelle wie dieses länger – und wenn sie es selbst auch wünschen – möglicherweise über das klassische Renteneintrittsalter hinaus im Unternehmen zu beschäftigen.

Im Zuge des demographischen Wandels und des drohenden Fach- und Führungskräftemangels, der in den nächsten Jahren verstärkt auf uns zukommen wird (Nagel-Jachmann, 2019; Szebel-Habig, 2019), stellen solche Wissenstransfer-Modelle eine echte Win-Win-Möglichkeit dar. 

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Supervisions- & Reflexionstandems

Über die ur-eigentlichen JobSharing- und TopSharing-Modelle hinaus gibt es auch Tandems, die sich als Supervisions- oder Reflexionstandems zusammengeschlossen haben.

Manche teilen sich dabei dann zwar nicht unbedingt eine gemeinsame Rolle, sie begleiten und unterstützen sich jedoch gegenseitig zum Beispiel durch regelmäßige Reflexions-Sessions.

Eine aktuelle Studie des Wissenschaftszentrums Berlins zeigt, dass mit steigender Hierarchie der Vorteil von TopSharing vermehrt auf dem Supervisions- und Sparringspartner-Aspekt zu liegen scheint. Wobei dies dann auch häufig mit originärem TopSharing verbunden wird.

Tandem-Modelle innerhalb von Unternehmen oder organisations-übergreifend

Darüber hinaus lassen sich Tandem-Modelle auch noch danach unterscheiden, ob diese sich innerhalb derselben Organisation miteinander als Duo verstehen oder sogar über die eigenen Unternehmensgrenzen hinweg.

So können beispielsweise Projektleitende oder Product Owner bei Dienstleistern sich mit dem/der Haupt-Product Owner*in beim Kunden als Tandem zusammentun, um das gemeinsame Ziel bestmöglich zu erreichen. Oder ein Tandem aus zwei verschiedenen Organisationen organisiert ein gemeinsames Projekt wie zum Beispiel ein Meetup oder eine Konferenz. 

TopSharing-Tandem-Modelle: Unser Fazit

In der Praxis gibt es keine festgelegten, einheitlichen Tandem-Modell-Bezeichnungen. Je nach Betrachtungsweise kann man die Vielzahl der Modelle unterscheiden. Dabei werden durch all diese Perspektiven auch die unterschiedlichen Chancen und Vorteile von dieser Form des Arbeitens deutlich.  

Mehr über die zahlreichen Vorteile von TopSharing gibt es demnächst in einem weiteren Blog-Artikel zu lesen.

Viel Spaß beim Pairformen.

 

Beste Grüße,

Esther & Katharina

PS: Und falls Dich interessiert, ob JobSharing bzw. TopSharing ein reines Frauen-Modell ist oder ob auch Männer diese Form des Arbeitens für sich spannend finden, dann findest Du hierzu mehr in diesem Blog-Artikel.

 

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