In diesem Blogbeitrag haben wir die wichtigsten Fakten rund um das Arbeits- und Führungsmodell TopSharing zusammengefasst. Es geht damit um JobSharing auf Führungs- und Experten-Ebene.

Damit Du die Antworten zu den für Dich interessanten Fragen schnell findest, starten wir mit einer thematischen Übersicht und den direkten Links zu den 10 wichtigsten Fakten:

1. Was ist JobSharing & TopSharing?   

JobSharing“ bedeutet, dass sich zwei Personen eine Vollzeit-Stelle teilen. Dabei übersteigt die Summe der jeweiligen Arbeitszeiten häufig die üblichen 40 h pro Woche. Beide arbeiten als Tandem zusammen. Und sie bestimmen untereinander, wann wer arbeitet und welche Aufgaben übernimmt. Idealerweise sind sie auch beide dafür verantwortlich, ihre Ziele gemeinsam zu erreichen.

TopSharing“ steht für JobSharing für hochqualifizierte Fach- und Führungskräfte. Diese können auf sämtlichen Management- oder Spezialisten-Positionen in einer Organisation arbeiten. Ob mit oder ohne Verantwortung für Mitarbeitende. Entscheidend ist, dass sie eine Form von Leitungsverantwortung tragen. Demnach ist TopSharing auf jeder Position möglich, vom Projektmanagement bis zur Geschäftsführung. Hierbei können die TandempartnerInnen jeweils in Teilzeit oder in Vollzeit arbeiten. 

Synonyme für TopSharing sind beispielsweise Doppelspitze, Job-Tandem, Co-Leadership, Arbeitsplatzteilung, oder Job Share. Wir nennen es am liebsten Joint Leadership.

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2. Für wen ist TopSharing geeignet?

Das Modell ist in Teilzeit und in Vollzeit möglich. Deshalb kann es für Menschen passend sein, die

  • in Vollzeit auf einer Management- oder Expertenrolle arbeiten, aber die Überstunden besser im Griff haben wollen,
  • für (ehemalige) Einzelkämpfer, die sich mehr Sparring und Perspektivenaustausch auf Augenhöhe für ihre eigene Aufgabe wünschen oder
  • für Menschen, die gerne in Teilzeit arbeiten, deswegen aber nicht auf eine Position verzichten wollen, die ihrer Qualifikation und Berufserfahrung entspricht (Teilzeitfalle & Karriereknick).

 

Grundsätzlich ist diese Form des Arbeitens also auch für ExpertInnen und ManagerInnen geeignet, die mehr Zeit und Energie außerhalb der Arbeit haben wollen. Und zwar aus den unterschiedlichsten Gründen:

  • Gesundheit und Burnout Prävention,
  • Zeit für andere Themen wie zum Beispiel für Familie, Ehrenamt, Politik
  • oder mehr Zeit für sich selbst! Zum Beispiel zum Reisen, für Hobbies, Weiterbildung oder ein weiteres berufliches Standbein.

Darüber hinaus kann Dir dieses Arbeitsmodell ermöglichen, Deine Arbeit besser an verschiedene Lebensphasen anzupassen:

Zukünftige RentnerInnen, die in Altersteilzeit arbeiten wollen, können durch dieses Modell in den letzten Jahren vor der Rente weniger arbeiten und trotzdem ihrer verantwortungsvollen Aufgabe nachgehen. Außerdem können sie sicherstellen, dass ihr Wissen gut an die nachfolgende Generation übergeben wird.

Eltern, denen Familie und Beruf gleichermaßen wichtig ist, können Arbeitszeit reduzieren und gleichzeitig weiter Karriere machen. 

Lernwillige und Wissens-Hungrige, die zum Beispiel für eine Position mit sehr hohen, komplexen oder diversen Anforderungen (noch) nicht ausreichend qualifiziert sind. Eine smarte Ergänzung der eigenen Kompetenzen durch die eines Tandem-Partners, bietet beides: Die geforderten Anforderungen werden sofort erfüllt. Und man kann on-the-job strategisch voneinander lernen und sich selbst weiterentwickeln.

Wir sind überzeugt: JobSharing & TopSharing ist grundsätzlich für jede Aufgabe möglich. Es ist jedoch nicht für jede Persönlichkeit geeignet!

Als Grundvoraussetzung für das Arbeiten im Tandem gilt:

  • Nur wer gut und gerne im Team arbeiten kann und will
  • und nur wer bereit ist, sich selbst und das eigene Handeln regelmäßig im Tandem zu reflektieren,

sollte dieses Arbeitsmodell für sich selbst in Betracht ziehen! Mehr zu den Voraussetzungen für ein erfolgreiches TopSharing findest Du unter 6. Herausforderungen & Bedingungen.

 

Julia Collard & Sven Schnitzler leiten im Tandem die Business School der EUFH in Brühl.

3. Ist JobSharing für Frauen UND für Männer interessant?

Ein klares JA! Verschiedene Studien zeigen, dass sowohl Frauen als auch Männer im TopSharing (JobSharing für Führungskräfte & ExpertInnen) arbeiten. Dies wird unter anderem in der Studie des Wissenschaftszentrums Berlins (2019) deutlich. In allen möglichen Kombinationen.

Interesse an JobSharing/TopSharing

Das Thema ist zwar noch nicht ausreichend erforscht, aber es gibt doch einige Hinweise darauf, dass beide Geschlechter ein ungefähr gleich starkes Interesse an TopSharing haben. Auch in unserer eigenen Interesse-Studie aus 2017 haben wir Belege dafür gefunden.

In der Praxis wählen dennoch bisher – zumindest wie wir es wahrnehmen – mehr Frauen dieses Modell. Dies hat sicherlich unterschiedliche Gründe. So arbeiten beispielsweise immer noch mehr Frauen als Männer in Teilzeit. Und zwar ebenso aus den verschiedensten Gründen.

Rollenvorbilder für ManagerInnen & ExpertInnen im JobSharing

Auffällig ist, dass laut unserer Interesse-Studie (2017) 73 % der befragten männlichen Führungskräfte vor der Umfrage noch nie etwas von TopSharing gehört haben. Im Vergleich dazu betraf dies 55 % der Frauen. Das ist zwar weniger, aber trotzdem immer noch erschreckend hoch. (Mehr Details zu diesem Aspekt unserer Studie findest Du übrigens in diesem Blog-Artikel.)

Klar ist, dass nur diejenigen, die das Modell kennen, von sich aus danach fragen können. Auch deshalb ist es so wichtig, dass in Unternehmen das TopSharing-Angebot offensiv kommuniziert wird.

Zum Glück kennen wir aus unserer aktuellen Interview-Studie mittlerweile auch viele Männer-Tandems (und gemischte). Deshalb behaupten wir, dass wahrscheinlich gerade einige gesellschaftliche Normen im Umbruch sind. Die sowohl bei Frauen als auch bei Männern insgesamt festgestellte hohe Unkenntnis bezüglich TopSharing macht außerdem deutlich, wie wichtig es ist, über die vielen guten Tandem-Beispiele zu sprechen. Vielen Menschen, die im JobSharing arbeiten, ist dies häufig selbst gar nicht bewusst.  

Genau deswegen ermutigen wir auch in unserer aktuellen Studie die Tandems, mit denen wir sprechen, ihre Geschichte öffentlich zu machen. Und damit zu zeigen, dass es auch heute schon viele Rollen-Vorbilder für TopSharing gibt! 

4. Welche Vorteile bietet Jobsharing auf Führungsebene?

Durch TopSharing kannst Du eine gesündere Balance zwischen Arbeitszeit und Freizeit erreichen. Und damit eben die häufig zitierte Work-Life-Balance. (Warum wir denken, dass das wichtig ist, kannst Du hier nachlesen.)

Doch das ist längst nicht alles. Du kannst vor allem auch Synergien aus unterschiedlichen Kompetenzen und Erfahrungen in der gemeinsamen Rolle nutzen, die Ihr gemeinsam als Tandem in Eure Arbeit einbringt. Darüberhinaus kannst Du Dich durch das Lernen voneinander und das gegenseitige Sparring im Tandem auf dem Job weiterentwickeln. Und das sind nur einige Vorteile, die Du von einer gemeinsamen Führungs- oder Expertenaufgabe erwarten kannst.

Unternehmen profitieren davon, dass ein Tandem in der Regel strukturell besser performt als eine Einzelperson. Weil Arbeitnehmer heute mehr denn je von ihren Arbeitgebern erwarten, dass diese ihnen flexible Arbeitsmöglichkeiten anbieten, werden Unternehmen für Arbeitnehmer attraktiver, wenn sie auch JobSharing und TopSharing anbieten.  

Damit bietet TopSharing viele Vorteile. Und zwar für die Tandems, die Unternehmen, die internen und externen Kunden genauso wie für ihre Mitarbeitenden. Das untersuchen wir auch gerade in unserer aktuellen Joint Leadership Studie unter aktiven Tandems und ihren Stakeholdern. 

Zu den Vorteilen und Chancen von Joint Leadership wird es demnächst auch einen eigenen ausführlicheren Blogartikel geben. 

5. Was ist der Unterschied zwischen JobSharing/TopSharing und einer Stellvertreter-Regelung?

Der Unterschied liegt vor allem darin, dass bei einer Stellvertreterregelung keine vollständige Augenhöhe da ist. Auch wenn es hier gut funktionierende Beispiele gibt, in denen die Zusammenarbeit wertschätzend und gut abgestimmt erfolgt. Es macht dennoch einen Unterschied, ob man eine Position oder Rolle zusammen verantwortet oder eben nicht. 

Du willst verschiedene Lebensbereiche gut unter einen Hut bringen und Deine Work-Life-Balance verbessern? Mit TopSharing ist das möglich!

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Unsere 7 Tage, 10 Schritte-Anleitung inkl. pdf-Workbook liefert Dir erste Antworten auf Deine Fragen. Die Anleitung erhältst Du als kostenfreien Download, indem Du Dich unverbindlich zu unserem TopSharing Newsletter anmeldest.

Mindestens drei Auswirkungen der fehlenden Augenhöhe:

1. Oft sind StelleninhaberIn und StellvertreterIn hierarchisch nicht auf derselben Ebene und haben häufig daher nicht die selben Entscheidungsbefugnisse. Das kann dazu führen, dass im Vertretungsfall wichtige Entscheidungen liegenbleiben (müssen), weil die/der Stellvertretende nicht alles entscheiden darf.  

2. Oft ist es auch so, dass zwischen den beiden ein Unterstellungs-Verhältnis besteht. Das erschwert das Maß an Offenheit und Vertrauen, das zwischen Tandems möglich ist. Und gerade der Austausch zwischen den Tandem-Partnern auf einer gemeinsamen Rolle wird als besonders wertvoll und entlastend erlebt.

  • Die eigenen Masken mal komplett fallen lassen,
  • Schwächen offen zugeben
  • und auch mal dem eigenen Frust und Ärger freien Raum lassen zu können.

Dies alles fällt leichter, wenn man darauf vertrauen kann, dass nicht die/der Stellvertretende diese Informationen vielleicht dazu nutzt, einen Vorteil daraus zu schlagen.  

3. Und, last not least, ein großer Vorteil des TopShares im Vergleich zur klassischen Stellvertretung ist es, dass man keine klassische umfangreiche Übergabe vor und nach einem Vertretungsfall machen muss. Weil die Tandempartner sich ohnehin immer so organisieren (sollten), dass beide jederzeit bei ihren gemeinsamen Themen sprechfähig sind.

6. Welche Voraussetzungen sind mit dem Arbeiten im Tandem verbunden? 

Wir sind überzeugt, dass TopSharing für jede Führungs- und Experten-Rolle funktioniert. Gleichzeitig sind aber mit diesem Modell Herausforderungen verbunden und verschiedenen Voraussetzungen müssen erfüllt sein, damit es gelingen kann . 

Teamfähig & bereit sein, sich abzustimmen und gemeinsam zu reflektieren

In der Tandem-Arbeit selbst liegt eine der größten Herausforderungen darin, eine für das Tandem passende Abstimmungstiefe zu finden. Dies setzt wiederum die persönliche Bereitschaft voraus,

  • das eigene Wissen zu teilen, 
  • sich (ggfs. nicht nur) bei wichtigen Entscheidungen abzustimmen,
  • gemeinsam zu reflektieren
  • und hierfür auch Zeit einzuplanen.

Ohne Teamfähigkeit wird das daher nicht klappen. Dabei liegt der reine Abstimmungsaufwand bei eingespielten Tandems in vielen Fällen bei maximal 1-2 Stunden pro Woche. 

Matching: Sich in den Kompetenzen überschneiden UND ergänzen

Des Weiteren zählt zu den Voraussetzungen beispielsweise, dass die beiden Tandem-Partner zueinander passen müssen. Dabei ist es wichtig, sich in den Kompetenzen zu einem gewissen Teil zu überschneiden und sich gleichzeitig auch zu unterscheiden. Denn so können sie sich gegenseitig ergänzen und gleichzeitig Synergie-Effekte schaffen. 

Passende Chemie, ähnliche Kern-Werte und Vertrauen

Und so trivial es sich anhört: Sie sollten sich einander sympathisch sein. Nur wenn die Chemie zwischen den Tandem-Partnern stimmt, werden sie Vertrauen zueinander aufbauen können. Und das ist wiederum wesentlich für den Erfolg dieses Arbeitsmodells.

Eng damit verbunden ist auch, dass die beiden ähnliche Kernwerte teilen. Und dass sie ein ähnliches Führungsverständnis haben. Das wird ihnen auch dann helfen, wenn es im Miteinander mal schwierig wird.

Inwiefern Werte und Haltung sowohl im TopSharing als auch in Unternehmenskulturen allgemein eine wichtige Rolle spielen und wie man sich dieser bewusst werden kann, beschreibt Karin Schnappauf in diesem Gastartikel auf unserem Blog.

Commitment des Managements & organisationale Unterstützung

Auf der Seite des Arbeitgebenden ist es wichtig, dass die Führungsriege hinter dem Modell steht. Ohne das Commitment des Managements hat es ein Tandem sehr schwer. Und es wird sein Potential in der Regel nicht voll ausschöpfen können.

Dabei sollte ein Führungs-Duo auch durch organisationale Maßnahmen praktisch unterstützt werden. Hierzu zählen unter anderem:

  • Coaching und Supervision, vor allem in der Anfangsphase.
  • Ausreichende Überlappungszeiten: Diese können für die Abstimmung und vor allem auch für gemeinsame strategische oder konzeptionelle Aufgaben genutzt werden (Synergie-Potential).
  • Aber auch praktische Ressourcen wie IT-Tools, Ausstattung, Berechtigungen und
  • idealerweise auch die Möglichkeit, gemeinsam in einem Raum zu arbeiten.

Es gibt natürlich noch mehr mögliche Voraussetzungen, die man berücksichtigen sollte, wenn das eigene TopSharing gut gelingen soll. Auf diese gehen wir in unseren Workshops und Tandem-Coachings intensiv und individuell ein.

 

7. Welche Tandem-Modelle und JobSharing /TopSharing-Beispiele gibt es in der Praxis?

Viele! Und zwar sowohl Modelle als auch Beispiele. Schauen wir uns zunächst die Modelle an. Zum Beispiel kann man diese nach der prozentualen zeitlichen Aufteilung untereinander unterscheiden. So gibt es in der Praxis alles zwischen 50:50 (… 60:60, 70:80, 90:100 … ) Und sogar Tandems mit zweimal 100 % , indem beide also jeweils Vollzeit arbeiten und sich dennoch nur eine Position oder Rolle teilen.

Oder wir betrachten die inhaltliche Aufgabenaufteilung. Die Aufgaben können strikt untereinander aufgeteilt werden. Das sogenannte Job-Splitting. Oder jede/r macht alles. Dann spricht man von Job-Pairing. Dazwischen gibt es sehr viele Varianten. 

Darüberhinaus können Modelle aber auch nach der Zeitdauer ihres Bestehens unterschieden werden. In vielen Fällen ist TopSharing auf Dauer angelegt. In der Praxis sind aber auch Übergangslösungen zu finden. Letzteres kann beispielsweise für Generationenmodelle Sinn machen. In dem Fall kann ein/e jüngere/r NachfolgerIn mittelfristig die Stelle einer ausscheidenden älteren Person übernehmen. 

Und Tandems lassen sich danach unterscheiden, ob es sich um echte Arbeitsteilung handelt oder viel mehr um eine Art Supervisions- oder Reflexionspartnerschaft. Diese Modelle scheinen umso stärker verbreitet zu sein, je höher in der Hierarchie das Tandem arbeitet. 

Bei TopSharing in Teilzeit führt die Frage, wann wer arbeitet und wie die Überlappungszeiten gelebt werden, ebenfalls zu unterschiedlichen Modellen in der Praxis.

Mehr zum Thema Tandem-Modelle findest Du in diesem Blog-Artikel.

    Du willst mehr konkrete Beispiele aus der Praxis kennen?

    In unseren 4 Facts für Tandem-Partner und Unternehmen findest Du unter anderem konkrete Beispiele aus der Praxis.

    Melde Dich hier unverbindlich für unseren TopSharing Newsletter an und Du erhältst den kostenfreien Download-Link zum pdf. 

    Es gibt viel mehr Beispiele in der Praxis als die meisten denken.

    So berichtet unter anderem Daimler im März 2019 aus der eigenen Organisation von bereits mehr als 125 Führungstandems. Und auch wir haben allein innerhalb unserer aktuellen Interview-Studie 2019/2020 rund 30 Doppelspitzen persönlich kennengelernt. Nach und nach werden wir an unterschiedlichen Stellen auch von ihnen berichten.

    Fakt ist: Tandems gibt es 

    • so gut wie in jeder Branche (Automobil, Dienstleister, IT, Medizin, Sozialwirtschaft usw.), 
    • in jedem Funktionsbereich (vom Marketing, Operations, über Labor bis hin zum Controlling), 
    • auf jeder Hierarchie-Stufe (vom Projektmanagement, Teamleitung bis zur Geschäftsführung und Vorstand)
    • und in allen Unternehmensgrößen. Also bei großen Konzernen (wie zum Beispiel Daimler, Beiersdorf, Google, SAP, Deutsche Bahn, Covestro) genauso wie in mittelständischen Organisationen (wie der EUFH oder der Kartenmacherei), bei Behörden aber auch bei kleinen Unternehmen und gemeinnützigen Organisationen. 

    Einige Beispiele findest Du mit Unternehmensname und Funktionsbereich auf unseren FactSheets. Auch hier im Blog berichten wir immer wieder von konkreten Beispielen. Damit Du nichts verpasst, laden wir Dich ein, Dich für unseren E-Mail-Newsletter anzumelden. Je nachdem über welchen den Links Du das tust, erhältst Du zusätzlich zu unserem Newsletter auch einen kostenlosen Zugang zu:

    8. Wie kannst du das Thema JobSharing bzw. TopSharing für dich persönlich angehen?  

    In unserer Arbeit erleben wir immer wieder, dass das persönliche Interesse an TopSharing groß ist. Viele, die gerne in diesem Modell arbeiten würden, sind sich jedoch unsicher, wie sie das Thema angehen können. Du brauchst jedoch das Rad an dieser Stelle nicht neu erfinden.

    Für den Weg von der TopSharing Idee bis zum Arbeiten im Tandem haben wir deshalb eine umfassende 10-Schritte-Anleitung erstellt, die sich in der Praxis schon häufig bewährt hat. Und zwar mit vielen Tipps, Reflexionsfragen und einem umfangreichen pdf-Workbook.

    TopSharing LIVE WEBINAR: Deine 10 Schritte zum Tandem

    Willst Du Dir eine Führungs- oder Experten-Position teilen, weißt aber nicht, wie Du das Thema angehen kannst? Dann komm in unser LIVE WEBINAR am 01. oder 03. April 2020.

     

    Zehn Schritte von der Idee bis zum TopSharing

    0. Grundvoraussetzung: Teamfähigkeit & Reflexionsbereitschaft

    1. Introspektive

    2. Rahmenbedingungen

    3. Tandem-PartnerIn suchen

    4. Entscheidung für eine/n Tandem-PartnerIn

    5. Spielregeln für die Tandem-Arbeit vereinbaren

    6. Test-Projekt

    7. Tandem-Konzept entwickeln

    8. Tandem-Bewerbung

    9. Probezeit

    10. Reflexion der Pilotphase

    In unserer 7 Tage, 10-Schritte-Anleitung bekommst Du ausführliche Tipps, fundierte Grundlagen und wichtige Reflexions- Fragen zu den jeweiligen Schritten von uns. Diese werden Dich auf Deinem individuellen Tandem-Weg unterstützen. 

    Und so geht's: Du registrierst Dich unverbindlich für unseren TopSharing-Newsletter. Danach erhältst Du an 7 aufeinander folgenden Tagen jeweils eine E-Mail mit einer kurzen Zusammenfassung der jeweiligen Kapitel und einem Download-Link zu dem jeweiligen pdf-Workbook-Abschnitt.

    Am Ende der 7 Tage-Trainings-Reihe kannst Du Dir die Workbook-Abschnitte auch als ein Gesamt-Dokument speichern. Das kannst Du dann für Deinen weiteren Tandem-Weg nutzen.

    Fakt ist, der Prozess von der Idee bis zum TopSharing-Tandem dauert natürlich länger als 7 Tage.  

    Doch wirst Du nach dem Lesen dieser Anleitung mehr Klarheit darüber haben, wie Du das Thema persönlich angehen kannst. Und wie Deine ersten Schritte auf dem Weg zum funktionierenden TopSharing Tandem aussehen können.

    9. Wie kann JobSharing & TopSharing in einer Organisation gut eingeführt werden?

    Wenn wir ein Unternehmen bei der Einführung von JobSharing & TopSharing begleiten, dann schauen wir IMMER zunächst auf die individuellen Bedürfnisse und Ressourcen der jeweiligen Organisation. Oft erfolgt die Begleitung in drei Phasen: 

    • Ideen-/Impuls-Phase: Hier geht es ums Inspirieren.
    • Pilot-Phase, in der das Modell bei zunächst wenigen Tandems in der Organisation erprobt wird. 
    • Realisierungs-Phase, in der JobSharing und TopSharing nach dem Bewerten der Pilot-Phase gegebenenfalls als Arbeits-, Führungs- und gleichwertiges Karrieremodell in einer Organisation ausgerollt wird.

    copyright: Pairforming 2020

    Sich als Organisation bei der Einführung des Modells professionell begleiten zu lassen, ist ratsam. Und je nachdem an welcher Stelle sich die Organisation in dem Prozess befindet, orientiert sich auch unsere Unterstützung von Pairforming. 

    Wir setzen dabei unterschiedliche Formate ein. Zum Beispiel:

    • Beratung und Coaching für Tandems, ihre Vorgesetzten, die Personalabteilung, die Diversity-ManagerInnen, die Geschäftsführung usw.
    • Workshops
    • Online-Gruppen-Seminare/-Trainings für Führungskräfte, ExpertInnen und generell Tandem-Interessierte, 
    • Podiumsdiskussionen, Impulsvorträge & Keynotes
    • Train-the-TopSharing-Trainer-Workshops
    • Moderieren von Management- oder Offsite-Meetings
    • sowie Netzwerkveranstaltungen unterschiedlicher Größen.

    Inspirieren

    Um Menschen von der Tandem-Idee zu inspirieren, bieten sich beispielsweise moderierte Netzwerkveranstaltungen mit Podiumsdiskussionen und/oder Impulsvorträgen an. Aber auch Workshops für Interessierte helfen dabei, konkrete Ideen für die eigene Organisation zu entwickeln und Menschen über diese neue Form des Führens miteinander ins Gespräch zu bringen.

    Pilotphase

    Grundsätzlich ist es dabei vor der eigentlichen Einführung wichtig, dafür zu sorgen, dass das Management hinter der Idee der Tandem-Führung steht. Das Commitment der Führungsriege ist daher ein wichtiger Erfolgsfaktor dieses Modells. So bieten wir auch Workshops für Führungskräfte von potentiellen Tandems an und moderieren Offsite-Meetings für's Management.

    Ist das Interesse bei einigen in der Organisation geweckt und das Commitment der Führungsriege vorhanden? Dann können Kick-Off-Veranstaltungen und/oder Recruiting-Workshops einen guten Startschuss für die Pilot-Phase bedeuten.

    Mit Pilot-Tandems starten und diese unterstützen

    Sinnvoll ist es auf jeden Fall, mit ein paar wenigen Tandems in eine Pilot-Phase zu starten. Dabei sollten die Tandems selbst sowie ihre Vorgesetzten durch Coaching und/oder Supervision innerhalb der ersten 4 – 12 Monate unterstützt werden. Wie lange ein Tandem insgesamt begleitet werden sollte, ist in erster Linie von dem Duo selbst (und von der konkreten Aufgabenstellung) abhängig.

    Grundsätzlich hilft die externe Perspektive dem Tandem dabei, schneller zu einem effizient arbeitendem Team zu werden. Und auch das Risiko, dass das Duo mitten im Projekt auseinanderbricht, kann dadurch reduziert werden.

    Und, wie wir das auch durch unsere Trainings vermitteln, können die TandempartnerInnen dadurch für die Teamführung wichtige Kompetenzen erlernen (z. B. bzgl. Feedback- und Reflexionsmethoden, Konfliktmanagement, Entscheidungsmanagement, Abstimmungstechniken, etc.).

    Austausch mit anderen JobSharing-Tandems

    Hilfreich für Tandems ist es auch, sich mit anderen Tandems wie beispielsweise in unseren (Online-) Gruppen-Trainings austauschen zu können.

    Am Ende der Pilotphase ist es wichtig, gemeinsam diese zu bewerten, um dann zu besprechen, was die nächsten Schritte sein könnten.

    Auf unserer Angebotsseite kannst Du nachlesen, was unsere Begleitung dabei beinhalten könnte. Und was Unternehmen davon haben, wenn sie mit uns zusammenarbeiten.

    10. Wie ist JobSharing für Führungskräfte & ExpertInnen (TopSharing) rechtlich geregelt?

     

    Die Antwort auf diese Frage ist nicht ganz einfach, weil es leider keine einzelne gesetzliche Regelung gibt, die ALLE Varianten von TopSharing (Joint Leadership – einschließlich der Vollzeitvariante) umfasst. Im Teilzeit- und Befristungsgesetz (TzBfG) ist allerdings geregelt, wann man als ArbeitnehmerIn Anspruch auf Teilzeit (ab § 6) hat. Und auch dass es möglich ist, sich einen Arbeitsplatz zu teilen (§ 13).

    Auf den Seiten des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales gibt es eine eigene Rubrik zum Thema Teilzeit. Dort findest Du Beispiele für Teilzeitmodelle und auch aktuelle gesetzliche Neuerungen. Hierzu gehört unter anderem auch die Ergänzung des TzBfG seit 1.1.2019 um die „Brückenteilzeit“. Lesenswert ist darüber hinaus auch die Broschüre „Teilzeit – Alles was Recht ist“. Dort findest Du ebenso alle wichtigen Punkte zur Teilzeit zusammengefasst. 

    Die wichtigsten rechtlichen Aspekte für Dich zusammengefasst

    Gesetzlicher Anspruch auf Teilzeit + Antrag stellen

    Einen gesetzlichen Anspruch auf Teilzeit hat, wer seit mindestens 6 Monaten in einem Unternehmen arbeitet, das in der Regel mehr als 15 Arbeitnehmer beschäftigt. Soweit betriebliche Gründe dem Wunsch der ArbeitnehmerInnen nach Teilzeitarbeit nicht entgegenstehen, muss der Arbeitgeber der Verringerung der Arbeitszeit zustimmen (§ 8 Abs. 1, Abs., Abs. 2, Abs. 4, Abs. 7 TzBfG).

    Der Antrag auf Teilzeit muss mindestens drei Monate im Voraus gestellt werden. Und der Arbeitgeber kann den Antrag bis zu 4 Wochen vor dem Start der Teilzeit ablehnen. Der Antrag muss in Textform erfolgen, das heißt: Auch eine e-Mail würde ausreichen. Du musst Deinen Antrag nicht begründenDoch solltest Du hier schon angeben, wie die gewünschte Arbeitszeit verteilt sein soll (§ 8 Abs. 2 TzBfG).

    Wie bereits beschrieben, ist es laut § 13 TzBfG möglich, dass ein Arbeitsplatz auf zwei oder mehr ArbeitnehmerInnen aufgeteilt werden kann. Das Gesetz sieht ausdrücklich vor, dass die Tandems (oder JobSharing Teams) untereinander frei vereinbaren können, wie sie die Arbeitszeit untereinander genau aufteilen wollen. Eine Freiheit, die man in einer Einzelbesetzung normalerweise nicht hat. 🙂

    Gegenseitig vertreten, Rechte und Pflichten

    Wenn ein Tandem-Partner kurzfristig ausfällt, kann der andere nicht dazu verpflichtet werden, die Vertretung zu übernehmen, wenn damit eine Verlängerung der Arbeitszeit verbunden ist (zum Beispiel von Teilzeit auf Vollzeit). Darüber muss dann eine eigene Vereinbarung zwischen Arbeitgeber und ArbeitnehmerIn getroffen werden. Eine Vertretungspflicht kann zum Beispiel sinnvoll sein und vereinbart werden, wenn es dringende betriebliche Erfordernisse gibt. Dies wäre beispielsweise, wenn die Gefahr besteht, dass die Produktion unterbrochen werden muss.

    Darüber hinaus gelten für JobSharer (ob sie in Teilzeit oder in Vollzeit arbeiten) die gleichen Rechte und Pflichten wie für Arbeitnehmer, die alleine auf einer Stelle arbeiten.

    Beide erhalten jeweils voneinander unabhängige Arbeitsverträge, beide haben einen Anspruch auf Urlaub, Entgeltfortzahlung im Krankheitsfall und Weiterbildung.

    Kündigungsschutz im JobSharing bzw. TopSharing

    Auf den Kündigungsschutz zu schauen, lohnt sich. Wenn ein/e TandempartnerIn das Unternehmen verlässt, kann der Arbeitgeber der/dem anderen nicht automatisch kündigen (Verbot der „partnerbedingten Kündigung“). Der Arbeitgeber wird zunächst versuchen müssen, einen neuen Tandempartner zu finden. Wenn dies nicht gelingt, kann er eine  Änderungskündigung aussprechen. Das bedeutet, dass dem verbliebenen Tandempartner eine Arbeitszeiterhöhung auf der ehemaligen Tandem-Stelle oder eine andere Teilzeitstelle angeboten werden kann.      

    Du willst Deine Lebensbereiche gut unter einen Hut bekommen? Mit TopSharing ist das möglich!

    Willst Du Dir eine Führungs- oder Experten-Position teilen, weißt aber nicht, wie Du das Thema angehen kannst? Dann melde Dich hier zu unserem TopSharing Newsletter an und Du erhältst als Dankeschön unsere kostenlose 7 Tage, 10 Schritte-Anleitung inkl. pdf-Workbook.

    Wie kannst Du Dein Recht auf Teilzeit im TopSharing umsetzen?

    Hast Du selbst Interesse an einem TopSharing-Modell in Teilzeit? Und bist Du Dir unsicher, ob und wie TopSharing in Deinem Unternehmen möglich wäre?

    Aus dem Erfahrungsschatz vieler TopSharer wissen wir, dass es eine gute Idee ist, mit dem zukünftigen Tandem-Partner ein sehr detailliertes gemeinsames Konzept auszuarbeiten (siehe auch Abschnitt 9). Und zwar vorbereitend zum Antrag auf Teilzeit.

    • Darin solltet Ihr festlegen, was Ihr in der neuen zukünftigen Rolle zusammen bewirken wollt (Inhaltliche Konzeption)
    • Aber genau so viel Energie solltet Ihr in die Überlegungen reinstecken, wie Ihr konkret arbeiten wollt (Arbeitsorganisatorische Konzeption). Also wie viele Stunden jeder von Euch? Wie wollt Ihr Euch gegenseitig vertreten? Wie siehts mit der Urlaubsplanung aus?

    Je besser Ihr hier vorbereitet seid, umso einfacher wird es sein, mit Eurem Arbeitgeber darüber zu sprechen, ob Euer TopSharing Modell in Eurer Organisation klappen könnte.

    Und zwar unabhängig davon, ob dieses Modell schon bei Euch angeboten wird oder nicht.   

    Hast Du noch weitere Fragen? Dann komm in unser LIVE-Webinar am 01. oder 03. April 2020! Hier kannst Du Dich anmelden: https://pairforming.com/webinar-10-schritte/

    Wir hoffen, dass Du nun einen guten Überblick über die wichtigsten Fragen zu JobSharing und TopSharing mitgenommen hast.

    Viel Spaß beim Pairformen wünschen Dir:

    Esther & Katharina

    IN UNSEREM VIDEO BEKOMMST DU ANTWORTEN ZU DEN 5 HÄUFIGSTEN FRAGEN ZU TOPSHARING!

     

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